Konzerte

Mrz 29, 2014

Henry Purcell - King Arthur


Ensemble Jadis
Sopran Lisa Rothländer
Tenor - Goetz Phillip Körner
Bass - Matthias Horn
Sopran - Theresa Rehm
Sopran - Veronika Haberkorn
Tenor - Daniel Schmid

Leitung - Thomas Kammel


A Dramatic Opera (1691)


King Arthur, mit dem Untertitel „The British Worthy“ (Der britische Held), ist eine (sogenannte) Semi-Oper in fünf Akten, mit einem Libretto von John Dryden und Musik von Henry Purcell. Die Handlung basiert auf den Kämpfen des britischen Königs Artus zwischen Sachsen und Briten, und weniger auf den Legenden von Camelot (auch wenn der Zauberer Merlin in der Handlung auftaucht). Die Handlung wird eher revueartig vorgetragen als vollständig dramatisch entwickelt, dabei treten Figuren wie Cupido, Honour (die personifizierte „Ehre“) und Venus sowie die nordischen Gottheiten Wotan (Odin), Thor und Freya auf. Die Handlung dreht sich hauptsächlich um die Bemühungen Arthurs, seine Verlobte, die blinde Prinzessin Emmeline von Cornwall, aus den Armen seines Erzfeindes, des Sachsenkönigs Oswald von Kent zu retten.

Bei King Arthur handelt es sich nicht um eine Oper im heutzutage herkömmlichen Sinne, da die Hauptfiguren der Handlung nicht singen, sondern ausschließlich Sprechrollen sind, bei denen die Musik lediglich untermalende Funktion hat oder dramatisch eingesetzt wird. Die Gesangspartien bleiben den Nebenrollen überlassen, die in teilweise nur lose mit der eigentlichen Handlung verknüpften Szenen (in der Art von „Masques“) auftreten. Dies führt zu der Bezeichnung „Semi-Oper“, eine für das 17. Jahrhundert in England ganz typische Gattung. Auch wenn die Musik hier der Handlung und dem Libretto Drydens untergeordnet ist, enthält King Arthur einige der inspiriertesten und schönsten Songs und Theatermusikstücke, die Purcell komponiert hat, mit tänzerischen Rhythmen und (für diese Epoche) kühnen Harmonien.

Die berühmteste Szene der Oper ist die sogenannte „Frost-Szene“ im Dritten Akt, in der gezeigt wird, wie die Macht der Liebe (Cupid) imstande ist, jedes noch so kalte Herz aufzutauen. Die darin enthaltene Arie des „Cold Genius“ gehört zu den am meisten bewunderten Werken der Barockoper, auch wenn sie auf französische Vorbilder (Jean-Baptiste Lully, Isis) zurückgreift. Eine der ungewöhnlichsten Interpretation des „Cold Song“ stammt vom Countertenor und New-Wave-Sänger Klaus Nomi (München, 1982).

King Arthur wird wieder regelmäßiger aufgeführt. Allerdings wird das Werk heute meist als Oper Henry Purcells angesehen und aufgeführt, und der Text Drydens wird in der Regel gekürzt, bearbeitet oder ganz weggelassen.

Lisa Rothländer - Sopran:

Die in Schweinfurt geborene Sopranistin Lisa Rothländer studierte zunächst an der Hochschule für Musik und Theater in München Lehramt Musik für das Gymnasium. Nach dem Abschluss mit dem ersten Staatsexamen 2008 studierte sie bei Prof. Heidrun Kordes Operngesang und Gesangspädagogik und seit 2011 bei Prof. Ursula Targler-Sell an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, welches sie mit dem Diplom 2012 abschloss.

Seit der Spielzeit 2012/13 ist sie am Theater Wiesbaden als Gast engagiert. Im Sommer 2013 sang sie bei den Bad Hersfelder Opernfestspielen die Rolle der Blonden aus Mozarts Entführung aus dem Serail, mit der Sie den Opernpreis gewann. Seit der laufenden Spielzeit ist Sie festes Mitglied des MDR-Rundfunkchores.

Die lyrische Koloratursopranistin ist sowohl in der Alten Musik, im Standardopernrepertoire, als auch in der modernen Musik gefragt. So wirkte sie bei diversen Uraufführungen mit, wie zum Beispiel „Lieder NGC 3372“ von Belma Beslic-Gal mit HR Live-Mitschnitt und bei dem szenischen Projekt „Mond.Finsternis.Asphalt“ im Bockenheimer Depot in Frankfurt.

Weitere Opernengagements führten sie zu den Weilburger Schlosskonzerten als Amor (Gluck Orfeo ed Euridice 2012), als Momus (Bach Der Streit zwischen Phoebus und Pan 2011), nach Kloster Eberbach als Aloysia Weber (Mozart. Ein Faschingsscherz in Wien 2012) und zu den Karlsruher Händelfestspielen.

Bei diversen CD-Aufnahmen sowie in Konzerten sang sie unter Dirigenten wie Frieder Bernius und Ralf Otto, sowie mit renommierten Ensembles wie dem Bayerischen Kammerorchester, dem Mainzer Kammerorchester oder L’ Arpa Festante München.

Diverse Meisterkurse belegte sie bei Beata Heuer, Helmut Deutsch und Johannes Martin Kränzle, sowie einem Meisterkurs für italienische Musik des 17. Jahrhunderts in Montepulciano. Sie ist Stipendiatin der artemusica Stiftung der Sparkasse Frankfurt.

Goetz Phillip Körner, Tenor:

Aus Lengerich (Westf.) stammend erhielt er 1997 seinen ersten Gesangsunterricht am Städtischen Konservatorium Osnabrück, bevor er 2001 sein Studium der Fächer Opernsolo und später auch der Gesangspädagogik an der Hochschule für Musik und Theater Hannover (u.a. bei Prof. Dr. Peter Anton Ling) aufnahm und 2008 erfolgreich abschloss. Meisterkurse bei Christoph Prégardien, Irwin Gage, Aribert Reimann und Wolfgang Rihm sowie Privatstudien bei David Lee Brewer runden seine Ausbildung ab.

Szenisch war er bisher u.a. in den Mozart Opern „Bastien et Bastienne“ (Bastien) und „La finta semplice“ (Fracasso), in Händels „Belsazar“ (Belsazar), in Antonio Bibalos Oper „Fräulein Julie“ (Jean) an der Hamburgischen Staatsoper und einer Berliner Produktion von Händels „Acis and Galatea“ (Acis) und zuletzt alsBaron Kronthal in Lortzings „Wildschütz“ zu sehen.

Im Konzertfach hat er sich ein breites Repertoire angeeignet, welches nahezu alle großen gängigen Oratorien beinhaltet und konzertierte mitunter in der Berliner Philharmonie und der Alten Oper Frankfurt. Höhepunkte seiner Laufbahn stellen die Interpretation des Evangelisten und Arientenors der Bachschen Johannes-Passion bei einer Aufführung in Tokyo, Japan, sowie der Solo-Tenor-Part in Puccinis „Messa di Gloria“ im Pantheon in Rom dar. Weitere Konzertreisen führten ihn nach Süd-Korea, Weißrussland und Spanien. Darüber hinaus singt er von Zeit zu Zeit in dem Ensemble für Neue Musik SCHOLA HEIDELBERG und ist regelmäßig als freier Mitarbeiter beim NDR Rundfunkchor zu Gast. Konzertmitschnitte entstanden bisher beim NDR, SR und HR.

Matthias Horn - Bariton:

Über die Kirchenmusik kam Matthias Horn zum Gesang. So ist es nicht verwunderlich, dass der u. a. von Wolfgang Neumann und Peter Kooy ausgebildete und nun von Gisela Rohmert betreute Bariton einen Schwerpunkt seiner Arbeit im Oratorienfach gefunden hat. Seine Interpretationen Bachscher Werke oder auch die Titelpartien in Mendelssohns “Paulus” und “Elias” haben im In- und Ausland große Anerkennung erhalten. 

Der historischen Aufführungspraxis zugetan, singt er als Gast im “Rosenmüller”-Ensemble, in der “Capella Ducale” unter Roland Wilson oder bei "Cantus Cölln" und wurde vom Barockorchester “L’arpa festante” zu mehreren CD-Produktionen eingeladen.

Er war an den Opernhäusern in Mannheim, Gießen, Gotha und auf der Münchener Bienale für zeitgenössisches Musiktheater zu hören. Mit Carola Bauckholts Oper "hellhörig" war er in München, Basel, Köln, Warschau, Santiago de Chile, Buenos Aires zu hören. Weitere Einladungen liegen vor.

Sowohl als langjähriges Mitglied der Schola Heidelberg als auch als regelmäßiger Gast der Neuen Vokalsolisten Stuttgart war er an zahlreichen Uraufführungen beteiligt.Darüber hinaus arbeitete er u.a. mit den Komponisten Hans Zender, Luciano Berio, Helmut Lachenmann, Johannes Caspar Walter zusammen und konzertierte mit dem Ensemble Modern, Ensemble Recherche, diversen deutschen Radio-Sinfonieorchestern und dem Orchester von Radio France.

Zu den Höhepunkten seiner Auseinandersetzung mit Gegenwartsmusik gehören die Uraufführungen von Peter Eötvös' "As I crossed a bridge of dreams " in Donaueschingen, Brian Ferneyhoughs Oper "Shadowtime" in München oder Wolfgang Rihms "Seraphin3" in Athen.

Auf vielen internationalen Festivals war und ist er zu hören, in Utrecht, Innsbruck, Paris, auf dem Flandern Festival Belgien, Lincoln Center Festival New York, Rheingau-Festival, Witten, Heidelberg Frühling, Ludwigsburger Festspiele u.a.. Konzertreisen führten ihn in viele europäische Zentren sowie nach Asien, Nord- und Südamerika und Afrika.

1997 sang er mit großem Erfolg als “one of the young european singers” auf dem Schubert-Festival in Cambridge(GB) die Winterreise.
Seitdem haben ihn Fernsehen und Rundfunk mehrfach als Liedsänger aufgezeichnet.
2003 sang er für das Ballet des Theaters Gießen Schuberts Winterreise. Im Frühjahr 2012 war er der Winterreisende in einer Inszenierung von Christian Marten-Mollnar für das Theater Heilbronn, begleitet vom Würthembergischen Kammerorchester Heilbronn unter der Leitung von Ruben Gazarian.

Zusammen mit dem Schauspieler Peter Heusch und seinem langjährigen Liedpartner,dem Pianisten Christoph Ullrich, gründete Horn das Ensemble BonaNox. Mit ausgefeilten musikalisch-literarischen Programmen war dieses Ensembles wiederholt bei den Ludwigsburger Festspielen, Mozartfest Würzburg, dem Hessischen Kultursommer und den Niedersächsischen Musiktagen zu Gast.

Darüber hinaus engagiert sich Matthias Horn in den Grundschul- und Kinderkonzerten von Laterna Musica ( ehemals Ohrwurm-Projekt), einem mehrfach ausgezeichneten und erfolgreichen Educationprojekt aus Frankfurt a.M..